Flexible Teamstrukturen können Organisationen stärker vernetzen – für einzelne Mitarbeitende ist mehr Flexibilität jedoch nicht automatisch besser. Das zeigt eine neue Studie von Stefan Berger, Joost van de Brake, Heike Bruch und Gerben Van Der Vegt, die im Academy of Management Journal veröffentlicht wurde.
Die Forschenden untersuchen zwei Formen flexibler Teamarbeit: die gleichzeitige Mitarbeit in mehreren Teams (Multiple Team Membership) und häufig wechselnde Teamzugehörigkeiten (Fluid Team Membership). Grundlage sind zwei Studien mit 3’690 Mitarbeitenden in einer wissensintensiven Organisation sowie Daten aus 106 Organisationen mit insgesamt 15’342 Mitarbeitenden.
Die Ergebnisse zeigen ein Connectivity Paradox: Auf organisationaler Ebene gehen flexible Teamstrukturen mit mehr sozialem Kapital und darüber indirekt mit höherer Unternehmensleistung einher. Auf individueller Ebene zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Während die Mitarbeit in mehreren Teams positiv mit sozialer Vernetzung und Leistung verbunden ist, erschweren häufige Teamwechsel den Aufbau und Erhalt stabiler Beziehungen – mit negativen Zusammenhängen für individuelles Sozialkapital und Leistung.
Für die Führungspraxis bedeutet das: Flexibilität braucht Verbundenheit. Organisationen sollten flexible Strukturen so gestalten, dass Mitarbeitende gleichzeitig stabile Beziehungen aufbauen und soziale Netzwerke pflegen können.
Wir gratulieren Stefan Berger, Joost van de Brake, Heike Bruch und Gerben Van Der Vegt herzlich zu dieser Publikation im Academy of Management Journal.